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Kasuistik zur Postinfarkt-Herzinsuffizienz publiziert

Erfolgreiches minimalinvasives Postmyokardinfarkt-Verfahren führt zu einem Anstieg der linksventrikulären Ejektionsfraktion von 20 auf 35%

  • Patienten nach Myokardinfarkt entwickeln trotz leitliniengerechter Herzinsuffizienz-Therapien (GDMT, guideline-directed medical therapy) oft fortschreitende Herzinsuffizienz-Symptome.
  • Nun wurde im European Heart Journal eine Kasuistik publiziert, in der ein Patient mit Postinfarkt-Herzinsuffizienz mit dem Revivent TC™-System behandelt wurde.1Dabei wurde mittels minimalinvasiv eingebrachter Anker das vernarbte Myokard gerafft und ausgeschlossen und die Herzgeometrie
  • Die mit dem Revivent TC™-System umgesetzte LIVETM-Therapie (Less Invasive Ventricular Enhancement) verbesserte bei dem berichteten 69-jährigen Patienten die linksventrikuläre Ejektionsfraktion von initial 20 % direkt postprozedural auf 35 % und führte zu einer signifikanten Verringerung der Mitralinsuffizienz.
  • Das Revivent TC™-System erhielt 2016 die CE-Zulassung in Europa und wird derzeit in der randomisierten, kontrollierten Studie REVIVE-HF weiter evaluiert, um seine Wirksamkeit im Vergleich zur GDMT weiter nachzuweisen.

San Ramon, Kalifornien, und Mainz, xx. August 2020 – Die Kasuistik aus der Universitätsmedizin Mainz wurde am 20. Juli 2020 im European Heart Journal online als ein „Cardiovascular Flashlight“ veröffentlicht.1 In der Publikation wird über einen 69-jährigen Patienten berichtet, der nach einem akuten Myokardinfarkt (Verschluss des RIVA; Ramus interventricularis anterior der linken Koronararterie; auch LAD) eine ischämische Kardiomyopathie entwickelt hatte. Die Myokardnarbe befand sich apikal und hatte bereits zu einem Remodelling des linken Ventrikels geführt. In der im Rahmen der Diagnostik angefertigten 3D-Computertomographie zeigte sich eine transmurale, 30 % der linken Kammer umfassende Infarzierung mit einer Ejektionsfraktion von 20 %. Im multiphasischen Kardio-CT sah man eine schwere Mitralinsuffizienz, bedingt durch die Ventrikeldilatation und eine Papillarmuskeldistanz von 38,7 mm (CT-Phase 0). Der endsystolische linksventrikuläre Volumenindex (LVESVI) betrug 84 ml/m2. Der Patient wäre somit ein Kandidat für ein Operationsverfahren nach Dor gewesen, bei der nach einer Sternotomie und unter Anwendung der Herz-Lungen-Maschine eine Ventrikelrekonstruktion durchgeführt wird.

Bei dem in der Kasuistik berichteten Patienten kam hingegen die innovative LIVETM-Therapie (Less Invasive Ventricular Enhancement) mit dem Revivent TC™-System zum Einsatz. Das Verfahren ist eine weniger invasive Option als das Verfahren nach Dor, da die ischämiebedingte Myokardnarbe mittels minimalinvasiv eingebrachter Anker plikiert (gerafft) wird. Dadurch wird die Narbe von gesundem Gewebe des linken Ventrikels ausgeschlossen und die Geometrie des Ventrikels wiederhergestellt. Bei dem berichteten Patienten wurden unter 3D-sonographischer Kontrolle insgesamt zwei Anker platziert. Der Erfolg der Implantate konnte direkt postprozedural verifiziert werden: Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion erhöhte sich auf 35 %, der LVESVI reduzierte sich auf 56 ml/m2 bei einer symmetrischen Konfiguration, die Papillarmuskel wurden auf 28,2 mm approximiert und die Mitralinsuffizienz nahm dramatisch ab (siehe Abb. 1 bis 4).

Abb. 1: Ventrikelkonfiguration vor LIVE™-Therapie
Abb. 2: Ventrikelkonfiguration nach LIVE™-Therapie
Abb. 3: Distanz Papillarmuskel vor LIVE™-Therapie
Abb. 4: Distanz Papillarmuskel nach LIVE™-Therapie

 

Zudem normalisierte sich die Mitralringkontraktion und die Papillarmuskelbewegung. Der Patient konnte noch im Hybrid-OP, in dem der Eingriff durchgeführt wurde, extubiert werden.

Dr. Ralph Stephan von Bardeleben, Erstautor der Veröffentlichung, sagte: „Wir berichten in dieser Kasuistik erstmals über die Implantation eines Revivent TC™-Systems von BioVentrix, bei der die Platzierung der Anker echokardiographisch erfolgte und der kurzfristige Erfolg der Implantate direkt postprozedural zu sehen war. Die linksventrikuläre Behandlung des Infarktes führte zur Reduktion des linksventrikulären Volumens. Die Ventrikelrekonfiguration ergab eine Verbesserung der Mitralringkontraktion und -größe, der Papillarmuskelapproximation und eine Reduzierung der Mitralinsuffizienz.“

Über die LIVE™-Therapie
Mittlerweile wurden mehr als 230 Patienten weltweit mit der LIVE™-Therapie mit dem Revivent TC™- System behandelt. Im Jahr 2016 erfolgte die CE-Zulassung. In der zulassungsrelevanten Studie wurden unter anderem eine Verbesserung der NYHA-Klasse um 30 %, eine Verbesserung des 6-Minuten-Geh- tests um 15,8 % und eine Lebensqualitätsverbesserung um 35,8 % gezeigt.2 Seit dem 3. Quartal 2019 läuft in Europa die klinische Studie REVIVE-HF,3 die das Verfahren nach der CE-Zulassung weiter klinisch evaluiert und für die aktuell Patienten rekrutiert werden.

Über BioVentrix
BioVentrix ist ein in Privatbesitz befindliches Medizinproduktunternehmen mit Hauptsitz im kaliforni- schen San Ramon (USA). Die Mission von BioVentrix ist die Verbesserung und Erweiterung der Be- handlungsoptionen für kongestive Herzinsuffizienz (Stauungsherzinsuffizienz) aufgrund von ischämi- scher Kardiomyopathie durch die Entwicklung weniger invasiver katheterbasierter Ansätze.

Anmerkungen: Das Revivent TC™-System ist CE-zertifiziert und für den Verkauf in Europa zugelassen. In den Vereinigten Staaten ist es nicht für den Verkauf zugelassen, dort werden derzeit Patienten in die FDA-Zulassungsstudie ALIVE aufgenommen.

Literature

1 von Bardeleben RS et al.: Transcatheter left ventricular reshape of apical ischaemic aneurysm achieves left ventricular remo- delling, improves wall motion, causes papillary muscle approximation, and a reduction of secondary MVR. Eur Heart J 2020; Epub Jul 2020; doi: 10.1093/eurheartj/ehaa528

2 Patrick Klein, Stefan D. Anker et al.: Less invasive ventricular reconstruction for ischaemic heart failure. European Journal of Heart Failure (2019), doi:10.1002/ejhf.1669

3 https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03845127 (letzter Zugriff am 10.08.2020)

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